Schüler Tilesius Gymnasium Mühlhausen bei Thor Apothekenmarketing

Warum wir eine gymnasiale Seminarfacharbeit begleiten

Wenn über das „Apothekensterben“ gesprochen wird, geht es oft um große Zahlen. Dahinter stehen aber immer Orte und Menschen. Ende 2025 gibt es in Deutschland so wenige Apotheken wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In Thüringen sind allein im Jahr 2025 dreizehn Apotheken weggefallen, insgesamt seit 2010 rund 110 Standorte. Das spürt jede Region ein Stück anders, je nachdem, wie viele Apotheken noch da sind.

In Mühlhausen ist bisher keine dieser Schließungen eingetreten. Gerade das macht den Blick dorthin interessant: Wie erleben Menschen ihre Apotheken vor Ort? Und was würde fehlen, wenn sich das ändert?

Vier Schüler, eine Frage: Online reicht doch, oder?

Vier Schüler:innen der 11. Klasse des Tilesius-Gymnasiums in Mühlhausen haben sich genau das zum Thema ihrer Seminarfacharbeit gemacht. Sie fragen nicht abstrakt nach „Strukturen“, sondern ganz konkret nach dem Alltag:

  • Gehen Sie die Menschen in Mühlhausen in die Apotheken vor Ort – oder bestellen Sie sie öfter online?
  • Welche Gründe stecken dahinter? Bequemlichkeit, Preis, Vertrauen, Erreichbarkeit?
  • Was würde es mit ihnen machen, wenn eine Apotheke in Mühlhausen schließen würde?

So verbinden sie die Entwicklung auf Landes- und Bundesebene mit dem Leben in ihrer Stadt. Nicht theoretisch, sondern mit echten Antworten.

Unsere Rolle: Rebekka Thor als Begleiterin

Rebekka Thor begleitet die vier bei ihrer Arbeit mit ihrer Erfahrung und ihrer Expertise im Apothekenmarkt. Nicht, indem sie die Seminarfacharbeit „übernimmt“, sondern indem sie ihr Wissen zur Verfügung stellt.

Das heißt zum Beispiel:

  • Gemeinsam klären, worauf sich die Arbeit konzentrieren soll.
  • Die Umfrage ist so aufgebaut, dass Fragen verständlich sind und niemand in eine Richtung gedrängt wird.
  • Überlegen, welche Apotheken angesprochen werden und wie Gespräche auf Augenhöhe gelingen.
  • Später dabei helfen, die Ergebnisse so zu ordnen, dass andere sie gut nachvollziehen können.

Die Grundlagen sind zwei Säulen: eine anonyme Umfrage unter Bürgerinnen und Bürgern in Mühlhausen (laufend bis zum 20.03.2026) und Gespräche mit Apotheken vor Ort. Zahlen und Geschichten kommen damit zusammen, beides hat seinen Platz.

Warum uns das am Herzen liegt

Wir arbeiten seit vielen Jahren für Apotheken vor Ort, in Dörfern, kleinen Städten und größeren Orten. Wir sehen jeden Tag, was eine Apotheke mehr ist als ein Abgabeort für Medikamente:

  • Sie ist ein Ort, zu dem man ohne Termin hingehen kann.
  • Ein Ort, an dem jemand übersetzt, was auf einem Beipackzettel steht.
  • Ein Ort, an dem Sorgen ernst genommen werden, auch wenn sie „nur“ nach einer Kleinigkeit klingen.

Gleichzeitig wird vieles digitaler: E-Rezept, Apps, Online-Bestellungen. Für einen Teil der Menschen ist das entlastend und praktisch. Für andere ist es eher anstrengend, besonders, wenn Krankheit, Alter oder Unsicherheit mit Technik dazu kommen. Dann wird aus „digitaler Lösung“ schnell zusätzlicher Stress.

Genau darum finden wir es stark, wenn junge Menschen fragen: Wo hilft digital wirklich und wo braucht es das Gesicht vor Ort, das mich kennt?

Für uns ist das keine Pflichtübung, sondern eine Aufgabe, die gut zu uns passt: Wissen teilen, zuhören, unterstützen – und Apotheken sichtbar machen, bevor sie fehlen.

Was Apotheken daraus mitnehmen können

Für Apothekeninhaberinnen und -inhaber kann so eine Seminarfacharbeit mehr sein als ein nettes Schulprojekt:

  • Sie zeigt, wie Jugendliche und Erwachsene Apotheken tatsächlich sehen.
  • Sie macht sichtbar, welche Rolle Versandapotheken im Alltag spielen und wo ihre Grenzen liegen.
  • Sie liefert Hinweise, welche Themen, Fragen und Erwartungen die Menschen vor Ort wirklich beschäftigen.

Aus solchen Einblicken entstehen in der Praxis oft ganz konkrete Schritte: eine klarere Ausrichtung der Apotheke, Ideen für Services, neue Kooperationen im Ort oder eine andere Art, online und vor Ort zu kommunizieren.

Wie es weitergeht

Die Umfrage in Mühlhausen läuft noch bis zum 20.03.2026. Danach bewerten die vier Schüler:innen die Antworten aus. Rebekka Thor unterstützt sie dabei, die Ergebnisse so aufzubereiten, dass sie weiter genutzt werden können – in Gesprächen mit Apotheken, in der Stadt, in der Schule.

Uns ist wichtig, die Situation der Apotheken vor Ort weder dramatisierend noch beschönigend darzustellen. Entscheidend ist, hinzuschauen, solange Apotheken noch da sind, und gemeinsam zu überlegen, wie sie gestärkt werden können.

Denn am Ende geht es nicht nur um Standorte und Zahlen, sondern um das Gefühl: Da ist jemand in meiner Nähe, der mich kennt, mir zuhört und mir hilft, mich im Gesundheitswesen zurechtzufinden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen?

Teilen auf facebook
Share on Linkdin
Teilen auf XING

Weitere news von thor marketing

Rebekka Thor mit Zertifikat Marketingassistenz und Blumengruß

Marketingkompetenz für PTA ist mehr denn je strategischer Faktor

Seit 2015 bieten wir für PTA in Ausbildung der Ludwig Fresenius Schulen die Zusatzqualifikation „Marketingassistenz in der Apotheke“ an. Damals war das Thema in vielen Apotheken ein sinnvolles Extra – aber eben ein Extra.
Heute ist klar: Wer Marketing in der Apotheke noch als „Zusatz“ betrachtet, riskiert mittelfristig Wettbewerbsnachteile.

Weiterlesen »
Rebekka Thor und die Werte einer Apotheke am Flipchart definiert

Jetzt zählt nicht mehr Größe, sondern Profil

Mitte 2025 gibt es in Deutschland nur noch 16.803 Vor-Ort-Apotheken. Die Zahl sinkt weiter. Gleichzeitig gehören E-Rezepte, Apps und Plattformen für viele Patienten:innen längst zum Alltag. Versandapotheken investieren viel Geld in Werbung und digitale Bequemlichkeit, Plattformen machen den Apothekenwechsel mit ein paar Klicks möglich.
Die Frage ist:
Was heißt das für die einzelne Apotheke vor Ort?

Weiterlesen »
Schüler Tilesius Gymnasium Mühlhausen bei Thor Apothekenmarketing

Warum wir eine gymnasiale Seminarfacharbeit begleiten

Wenn über das „Apothekensterben“ gesprochen wird, geht es oft um große Zahlen. Dahinter stehen aber immer Orte und Menschen. Ende 2025 gibt es in Deutschland so wenige Apotheken wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In Thüringen sind allein im Jahr 2025 dreizehn Apotheken weggefallen, insgesamt seit 2010 rund 110 Standorte. Das spürt jede Region ein Stück anders, je nachdem, wie viele Apotheken noch da sind.
In Mühlhausen ist bisher keine dieser Schließungen eingetreten. Gerade das macht den Blick dorthin interessant: Wie erleben Menschen ihre Apotheken vor Ort? Und was würde fehlen, wenn sich das ändert?

Weiterlesen »

Rückruftermin vereinbaren